Tourtagebücher sind ja eigentlich eine tolle Sache, aber für den Verfasser auch immer ein bisschen aufwendig. Da müssen Erinne-rungsreste aus den Untiefen des wirren Gedankensammelsuriums eines Gitarristen zusammengesucht, blasse Geschichten für den Leser ein bisschen „ausgeschmückt“ und tatsächlich geschehene Dinge wiederrum in ihrer Chronologie sortiert und erläutert werden. („Warum waren wir denn so elegant angezogen? Wer sind all die alten Menschen? Ach, das sind ja gar nicht die Tourfotos, sondern die Hochzeitsfotos von meiner Schwester.“) Es ist somit auch nicht verwunderlich, dass der Verfasser dieser mehr oder wenigen illustren Reiseberichte immer ein wenig wartet, der Prokrastination in ihrer Vollendung erliegt und erst nach einem halben Jahr damit anfängt, um erneut etwas anderes viel Wichtigeres aufzuschieben. Ein nahezu philosophischer Gang der Geschichte meine Damen und Herren. Lange Rede, kurzer Sinn, widmen wir uns in der nächsten halben Stunde des Seminars „Spannungsverhältnisse der Kulturindustrie – Die Ska-Allüren auf Mini-Tour“ dem zweiten Teil unserer Mini-Tour, die wir zusammen mit unseren Flammkuchen-Freunden von Zero Talent bestritten.

Wer im letzten Semester das Pro-Seminar „Dissonanzen - Die Ska-Allüren auf Mini-Tour Teil 1“ versäumt hat, der möge dies bitte selbstständig und gründlich an dieser Stelle nachholen. Es lässt sich diesbezüglich anmerken, dass wir von besagtem Hotel keine Rechnung über ein Sesselbein bekommen haben (wir haben uns ja auch offiziell entschuldigt), der Autor dieses Reiseberichts fast 5 Tage nicht richtig sprechen konnte und wir uns alle wieder lieb haben. Lauschen wir also nun den Ereignissen…

 
 
Leider gab es in den Wochen vor Tour--beginn immer wieder Probleme mit dem geplanten Konzert für Freitag: „Wir spielen in Stadt A in der Location X, nein, das klappt nicht, wir spielen nicht in Stadt A, sondern in Stadt B in der Location Y, ach verdammt – Zitat: This Tour makes me craaaazy“ – nein wir spielen doch nicht in Stadt B in Location Y, sondern nun doch in Stadt C in Location Z…es wird keinen Gig am Freitag geben!!“ Das war natürlich sehr traurig, lag aber nicht in unserer Macht. Dennoch entschiedenen wir uns aus organisatorischen Gründen, bereits freitags nach Frankreich zu fahren, um 1. samstags pünktlich beim Konzert zu sein und 2. - möglicherweise war das der unbewusste Hauptgrund - schon ein wenig in Stimmung zu kommen. Netter-weise ließ uns der Veranstalter des Ten’o’Rock Festivals schon einen Tag früher anreisen, um unsere Zelte – im wahrsten Sinne des Wortes – auf dem Band-Campingplatz aufzuschlagen. Hurra! Wir fahren nach Frankreich. Es war ein sonniger Mai-Tag und wir trafen uns wie gewohnt an unserem schäbigen, aber ich sage mal charismatischen Proberaum. Da wir für den zweiten Teil unserer Mini-Tour auch eine Begleitung (Freund, Freundin, Schwester, Schwippschwager, Cousin, Cousine, Nachbar, der Typ aus dem 2. Stock, oder auch die beste Freundin von Frau Hansen aus dem Metzgerfachgeschäft in dem verschlafenen Dorf auf Mallorca wo Thomas, der Nachbar deiner Cousine Tina, einst Urlaub gemacht hat) auf unserer Tour mitnehmen wollten oder besser durften, war unsere Reisegruppe diesmal ein wenig größer. Meine Damen und Herren, Vorhang auf für die Rettu..äh Partytruppe. Unseren Sauhaufen inkl. Johnson muss ich an dieser Stelle eigentlich nicht vorstellen, daher beschränke ich mich auf die Protagonisten, die sich uns anschlossen.
 
Philipumpa: Ihres Zeichens charmante Radiomoderatorin, Schwester von unserer lieben Schmorgurke Henriette und ambitionierte Pfandsammlerin. („Habe ich das richtig verstanden, dass wir 3 Tage trinken? Ja, genau.“)

Tati: Mit einer Kampfgröße von geschätzten 1,25m und als Inhaberin der Premium-Gold-Karte in der Schulkinderabteilung von „Gabi‘s Kinderecke“ ist sie das netteste Betreuungspersonal, das es für unseren bunten Chaos-Posaunen-Kirmesboxer-Bär-Tobi geben kann.

Maria: Irgendwie habe ich von ihr wenig bis gar nichts mitbekommen. War sie überhaupt dabei? Die Fotos sagen ja, mein Gedächtnis sagt: „Wat Maria? Wat für ne Maria?“Also muss ich mir für den interessierten Leser an dieser Stelle irgendetwas ausdenken. Ääh Maria, sie geht keiner ordentlichen Kneipenschlägerei aus dem Weg, hat immer eine Flasche Hochprozentiges und 2 Stangen Zigaretten dabei und ist heimliche Herrscherin über unseren sanften Trompeten-Lulatsch-Simon. Ich denke, das könnte so grob passen.

Mavie: Sie ist die Retterin und Helferin in der Not, sie ist der weiße und schwarze Ritter in einer Person, die Allüren Geheimwaffe, der einzig wahre Kerl, die Sexytärin…so das reicht jetzt.

 
Nach kurzen logistischen Problemen, wer wo und wann im Auto mitfährt („Der Simon fährt erst später mit Mavie mit“ – „Simon was machst du denn jetzt hier? Wir haben jetzt gar keinen Platz mehr für dich.“ „Wieso? Ich habe doch gesagt ich komme um 3“) ging es los. Hinter Darmstadt dann der erwartete Stau, eine volle Blase des Autors bzw. Dozenten und gefühlte 50 Grad Celsius im Auto. Entsprechend lautete der erste Stopp „Raststätte Pfungstadt“, 10 km hinter Darmstadt. Es tut mir leid!! Für 1 € auf die rosenverzierte Untertasse der dort herrschenden Klodame gibt es sogar einen göttlichen Segen gratis („Gott beschütze dich!“ – „Bitte?“ – „Gott beschütze dich!“ – „äh ach so. Danke?!“ – sagt man dann „Danke“?). Und weiter ging’s in Richtung Frooonkreisch.
 
Nach Stunden im Land der gepflegten Esskultur angekommen, gingen wir erst einmal in einen riesigen Supermarkt (es gab dort sogar so eine Art Wiege-Fachpersonal – richtige Menschen! -, die nur dafür zustän-dig waren, Obst oder ähnliches zu wiegen), um uns mit Baguette, Bier und Couscous-Salat für die nächsten Tage einzudecken. Der Laden war so groß und unübersichtlich, dass wir in kürzester Zeit unseren Zemke im selbigen verloren („wenn wir jetzt nicht nach ihm suchen ist er bestimmt beleidigt“) und erst wieder am Auto getroffen haben.
Ein weiteres Kaltgetränk wurde durch den Astralkörper geschleust und die Fahrt in Richtung Eurville-Bienville fortgesetzt. Dort angekommen wurden wir sehr herzlich begrüßt. Die Veranstalter des Festivals, darunter die stimmgewaltige Präsidentin des Organisationsteams ("Scheiße ist das!! Scheiße! Da müssen Steine zum beschweren drauf"), saßen gemütlich zusammen und genossen den doch noch kühlen Frühlingsabend. Wir gesellten uns dazu und nahmen uns den hiesigen, mehr oder weniger angebotenen Getränken an („Banana? Aaah oui oui“, „Pastits? Aaaah oui oui“, „Bier? Aaah oui oui“), die teilweise eine sehr ungesunde, grüne Färbung besaßen. Nach einiger Zeit waren wir schließlich vollzählig und aus dem ge-mütlichen Zusammensein wurde eine ausgewachsene Allüren-Party. Immer mehr Leute, darunter wohl auch aus Sicht des Hausbesitzers ein paar nicht so gern gesehene Gesellen („das ist ein Arschloch, redet nicht mit dem“- frei übersetzt), gesellten sich dazu, es wurde gegrillt, unzählige Fotos mit Fremden geschossen, die Bierreserven des Veranstalters empfindlich dezimiert („von diesem Bier in Miniflaschen wird man gar nicht richtig betrunken“), zwischendurch die Zelte aufgebaut („haha des soll en Zelt soi, des is doch grad mal en besserer Regenschirm“) und bis zum Morgengrauen durchgefeiert.
 
 
Nach wenigen Stunden war die Nacht erwartungsgemäß vorbei. Unser Zelt hatte sich innerhalb kürzester Zeit von einem eiskalten Iglu in einen heißen, trockenen, müffelnden Brutkasten verwandelt. Augen auf. Zemke schnorchelt mit seinem Premiumkolben noch ein wenig vor sich hin. Johnson liegt regungslos im Zelteingang - es scheint, als habe er sich einfach fallen lassen - und meine Wenigkeit ringt nach Luft. Schnell raus aus dem Schlafsack und ab nach draußen. Nach und nach krochen dann auch die restlichen Damen und Herren aus ihren Behausungen. Nach einer erfrischenden Dusche, einem kleinen Frühstück und einem Tässchen Kaffee konnte der Tag nun beginnen.
 
Als erstes wurde Johnson mit einem neuen Haarschnitt ausgestattet ( „Ihr könnt mir gerne die Haare schneiden, schlimmer kann es ja nicht werden“). Wie sagt man so schön: „Fehler Nr.1“. Denn Haare wollte ich schon immer mal schneiden, das kann ja, so meine mehr oder weniger realistische Einschätzung, nicht allzu schwer sein. Ich ging in die Küche und holte eine alte Schere. Den fragenden Blicken des Haus-herren noch schnell ausweichen und los geht’s. Hier ein bisschen, da ein bisschen („Ist doch schwerer als ich dachte.“). Hier ein Loch in den Haaren hinterlassen, dort eine „Stufe“ – bzw. es waren keine Stufen, sondern eher „Terrassen“ oder „Klippen-abhänge“ – gekonnt in die volle Haar-pracht geschnitzt. Nach der Hälfte war dann meine Neugier eigentlich auch gestillt. Haare schneiden war nicht so aufregend wie ich anfänglich dachte, und noch viel schwerer dazu. Das Problem war nur, dass Johnsons Haarpracht nur zur Hälfte, ich sage mal auch nur ansatzweise einer „modischen“ HiKuMiLöUnTeVoLa-Frisur (Hinten-kurz-mit-Löchern-und-Terrassen-vorne-Lang) ähnelte. Gott sei Dank nahm sich Steini dem unvoll-endeten Kunstwerk an und verpasste Johnson geduldig und mit viel Liebe schließlich eine ganz ansehnliche Frise. Gleichwohl führte Johnsons modischer Haarschnitt umgehend zu Verwirrungen. („Ich hatte mich gestern mit einem Typen unterhalten, der hat genauso viel geredet wie du, nur hatte der längere Haare.“) Ob er wusste, dass es der gleiche Gesprächspartner war? ;-)
 

Anschließend gingen wir auf das Festivalgelände (eine Art Parkplatz, der mit einer LKW-Ladefläche zur Bühne umfunktioniert wurde), aßen eine Kleinigkeit und beobachteten das Treiben. Unter anderem marschierte auch eine ortsansässige martialisch-wirkende Security-Truppe auf, die am Abend für „Ordnung“ sorgen sollte und dies auch tatsächlich tat. Aber dazu später mehr.

Gegen Mittag kamen auch Zero Talent zum Gelände. Wie gewohnt war es eine herzliche und nun auch feuchte - neben dem gewohnten Bussi Bussi gab es während der sehr herzlichen Umarmung noch eine Portion Schweiß von den nackten und doch auch haarigen Oberkörpern gratis dazu - Begrüßung. Auch die Zeros waren nicht alle in bester Verfassung, da ein Teil von ihnen den Vortag auf einem Festival verbrachte und augenscheinlich gut gefeiert hatte („Haha ist der blass“). Bis zu unserem Auftritt waren es noch ein paar Stunden, sodass wir beschlossen, uns ein bisschen im Schatten auszuruhen oder der einen oder anderen Band zu lauschen. Mein Favorit war eine Death-Metal-Core Band, deren Gitarrist einen großartigen Bart hatte.

 
Dann waren wir dran. Ein kurzer Soundcheck und der zweite Teil unserer Mini-Tour konnte nun auch endlich musikalisch beginnen. In der schönen Abendsonne versuchten wir das leider etwas spärliche Publikum auf unsere Seite zu ziehen, was uns hier und da ganz gut gelang. Dagegen hatte sich später am Abend der Platz bei Zero Talent deutlich gefüllt. Erwartungsgemäß rockten die Zeros ordentlich los, spielten sogar unseren Song „In Tango with Establishment“ als Cover-version und holten uns bei unserer gemein-samen Tour-Hymne „Sha la la laaaaa“ auf die Bühne. Natürlich erforderte diese Aktion umgehend bandinterne Opfer. Henriettes Augen und Haupthaar wurden beim ambitionierten Springen und Singen von einer gehörigen Portion Bier (der Ver-ursacher möchte nicht genannt werden, er lässt aber ausrichten, dass ihm das noch immer sehr Leid tut) attackiert und unser lieber Herr Zemke beförderte seinen Autoschlüssel zunächst unbemerkt unter die Bühne ( „Oh mein Schlüssel ist weg“) Gott sei Dank (das muss am Klofrau-Segen liegen) konnte er in einer aufwendigen Suchaktion unter der Bühne lokalisiert und wiederbeschafft werden.
 
Nachdem das Festival zu Ende war, wurde es nochmal auf dem Gelände interessant. Denn die besagte Security-Truppe verfolgte einen abtrünnigen Festival-Besucher, der mit geschätzten 3 Promille über das Gelände fegte und auch vor Autodächern keinen Halt machte. („Eigentlich gibt es hier jedes Jahr Prügeleien.“) Wie es sich in entsprechenden Kreisen gehört, wurde Mann gegen Mann gekämpft. .-) Während sich also ein Koloss von einem Hilfspolizisten auf den erklärten Feind einstürzte, stand der Rest des Trüppchen – darunter auch eine Art Praktikant, der über keinerlei Muskeln verfügte und eher von der Statur Iggy Pop war und so gar nicht zu den restlichen Anabolika-Bombern passen wollte – herum und begutachtete die ausge-feilten Kampftechniken ihres sehr engagier-ten Kollegen. Hier ein Fäustchen, da ein Fäustchen…beide Parteien gaben alles. Wie sich später herausstellte, wurden irgendjemanden wohl zwei Zähne ausgeschlagen. Wer Täter und Opfer ist bleibt weiterhin ungeklärt äh oder vielleicht auch nicht…
 
Bei der anschließenden Aftershow-Party waren alle Bands zusammen, was natürlich ein mehr oder weniger lustiges Sammelsurium an Aktionen verursachte. Es wurde ein Lagerfeuer entfacht, Gitarre gespielt, gesungen, Pommes frittiert („Das ist wohl in Frankreich so, da wird dann auch mal etwas frittiert“), Stühle zerschlagen (damit haben wir ausnahmsweise nichts zu tun), eine tiefgefrorene Tüte Pommes in das Feuer geworfen („auf der Packung steht in 8 Minuten sind sie fertig“ – frei übersetzt) und sich auch einfach mal, ausgestattet mit einem Wikingerhelm inkl. langen Perückenzöpfen, in der Küche im Arm gehalten…ts ts ts diese belgischen Bands. ;-)
 
 

Der letzte Tag brach an und nach einer wieder viel zu kurzen Nacht und des erneuten einsetzenden Brutkasten-Effekts fing der letzte Tag unseres Töurchens an. Johnso lag erneut regungslos im Zelt und merkte somit auch nicht, dass wir unsere provisorische Behausung langsam über ihm abbauten und er letztlich in der Sonne lag. Der weitere Morgen bzw. eher Mittag wurde schließlich damit verbracht, eine Kredit-karte zu organisieren, mit der wir an der örtlichen Tankstelle Benzin kaufen konnten. Denn die Tankstellen in der Gegend waren Sonntags nur mit einem Bezahlautomaten ausgestattet, den wir mangels eigener Kreditkarte jedoch nicht füttern konnten. Jedoch war Simons Tank verdächtig und für ihn auch seltsamerweise sehr überraschend leer. Also mussten wir zunächst mit einem freundlichen Franzosen und Plastikgeld-besitzer eine Tanke aufsuchen, um ein paar Liter feinsten Brennstoffes nachtanken. Sehr gut. Die Reise nach Strasbourg konnte weiter gehen. Dort angekommen brachten wir noch schnell unsere diversen Schlafutensilien in unsere Unterkunft, der WG von dem sehr sympathischen und lustigen Pimp-Schlagzeuger von ZT. Der Zeitplan war straff, daher hatten wir auch das Gefühl, dass die Zeros etwas nervös wurden, als wir uns erst einmal ein bisschen frisch machten und uns in eher gemütlichem Tempo Richtung Innenstadt zubewegten und das ein oder andere Foto schossen. Der La Java Club liegt in einer schmalen und sehr schönen Gasse. Von außen und innen eigentlich ein netter Laden. Nur verfügt diese Location leider über die mit Abstand unsympathischsten und miesgelauntesten Angestellten, die wir bis jetzt getroffen haben. Ständig wurde man angeraunzt leiser zu sein, noch leiser zu sein und noch noch leiser zu sein, wenn man sich außerhalb auf der Straße unterhalten hatte. Freigetränke gab es eins (Wasser) und der Türsteher ließ einen erst rein, wenn er seine Standardanweisung, leise zu sein, losgeworden ist. Richtisch bätzische Leut waren des, Aale Knotterköppe. Dennoch wurde es ein schöner und vor allem extrem lauter Gig.

 
Der restliche Abend wurde in einem Pub in Straßburg verbracht. Wir, die Zeros und deren Freunde bevölkerten fast den ganzen Laden. Es wurde gequatscht, gesungen, auf den Stühlen getanzt („MC-Hammer-Break-Dance-Style“), gesungen, gesungen und nochmal gesungen („sha la la laaaa“), bis die Musikanlage des Pubs sich automatisch abstellte, da wir über 100db laut waren. Eine Party nach Maß. Nur der Pubbesitzer sah mit der Zeit etwas unglücklich aus und ließ seinen schüttelnden Kopf entnervt in die Hände fallen. Entsprechend froh schienen sie zu sein, als die letzte Runde eingeläutet wurde. Schließlich hieß es von einigen Zeros Abschied zu nehmen und den Weg in Richtung Schlafplatz einzuschlagen. Dennoch lag es mir noch daran, einem der Pub-Angestellten ein Kompliment zukom-men zu lassen, wie schön doch der Pub war: „You have a really nice Pub!“. Etwas ungehalten: „THIS IS NOT MY PUB“. Davon lasse ich mich natürlich nicht verunsichern. Wenn ich ein Kompliment machen will, dann ziehe ich das durch. „Äääh ok, you are working in a really nice Pub“. - „I AM A COMPUTER SCIENCE TEACHER“. Jetzt war ich doch verwirrt, hatte er dort überhaupt gearbeitet? Zumindest brachte er den Müll raus….vielleicht waren wir ja doch anstrengender als es uns selber schien. ;-)
 
Auf dem Rückweg verloren schließlich Henriette und Ich den Anschluss zur Gruppe, infolgedessen wir fast 2 Stunden durch Straßburg herumirrten, durch unzählige Telefonate mit Nika versuchten, den Weg zur WG zu finden, glücklicherweise eine Flasche Jack Daniels auf der Straße fanden(ja wir haben davon getrunken *schäm*), da wir unser Bier verschenkt hatten, und schließlich die Wohnung erreichten. Natürlich durfte auch ein nächt-licher Polizeieinsatz nicht fehlen. Nachdem wir einige Zeit vor dem Wohnblock auf der Straße bis zum Morgengrauen wild disku-tierten („wo zur Hölle wart ihr denn?“), uns wieder versöhnten („wir wussten doch den Weg nicht, ich habe doch keinen Orien-tierungssinn“) und noch ein wenig quatschten, fuhren zwei (!) Polizeiautos vor. Ich habe zwar nicht verstanden, was sie gesagt haben („ohh la la, was machen sie hier? Sie sind zu laut!“ - Waren es vielleicht die Cousins und Cousinen des La Java Personals?), aber das Ergebnis war, dass wir unseren Platz räumen mussten, woraufhin die PolizistInnen mehr oder weniger besänftigt den Rückzug antraten. Weicheier! Die Security-Truppe des Ten’O‘Rock Festivals hätte es wenigstens auf einen Faustkampf Mann gegen Mann oder Männchen ankommen lassen…;-)
 
Also ab ins Bettchen – schon interessant wie viele Leute in eine Wohnung passen -, denn am nächsten Morgen ging es wieder nach Hause.

Ach schön war’s….